EU-Energielabel: Wie die Effizienzklasse entsteht

07/04/2021

Seit dem 1. März 2021 gilt für Kühl- und Tiefkühlmöbel europaweit das neue Energielabel. Es gibt die Energieeffizienzklasse von steckerfertigen und Remote-Möbeln, Kühlmöbeln für Getränke sowie von Tiefkühlmöbeln und Theken für Speiseeis an. Außerdem informiert es über den jährlichen Energieverbrauch unter Normbedingungen, das Fassungsvolumen sowie die höchste und niedrigste Temperatur im Möbel. Doch welche Parameter beeinflussen die Effizienzklasse, die später auf dem Label steht?

 

Viele Parameter nehmen Einfluss

Mit dem neuen EU-Energielabel wird die aktuelle Skala, die von A+++ bis D reicht, durch die Klassifizierung A bis G ersetzt. Die neue Energieklasse C entspricht in etwa der früheren A+++. Wie werden die Energieeffizienzklassen festgelegt? Sie definieren sich über den sogenannten Energieeffizienzindex (EEI) eines jeden Geräts. Seit dem 1. März müssen alle Kühlmöbel einen EEI von <100 haben, Speiseeistruhen mit einem Volumen von <600 Liter einen EEI von <80. Um den EEI zu berechnen, wird der Jahresenergieverbrauch eines Kühlmöbels ins Verhältnis zu einem Referenzwert gesetzt. Dieser stellt den Marktdurchschnitt aller Kühlmöbel dar. Zur Berechnung werden Displayfläche, Betriebstemperatur und Modulierungsparameter, die vom jeweiligen Kühlmöbeltyp abhängen, herangezogen. Des Weiteren gibt es einen Faktor für steckerfertige und einen für Remote-Kühlmöbel. In der Bewertung wird nicht zwischen offenen und verglasten Möbeln unterschieden. Ein Kühlmöbel, das genau dem Marktdurchschnitt entspricht, hat die Energieeffizienzklasse G. Das bedeutet, dass die Verordnung es nicht mehr erlaubt, Kühlmöbel in Verkehr zu bringen, die schlechter als der Marktdurchschnitt sind.

 

Aufwendige Messungen

Klima- und Temperaturklasse eines Kühlmöbels geben darüber Auskunft, welche Temperaturen in einem Möbel erreicht werden können. Diese werden durch Messverfahren in Testräumen festgelegt. Für Umgebungstemperatur, Luftfeuchtigkeit, Luftströmung und Beleuchtung gelten bestimmte Anforderungen. In der gängigen Klimaklasse 3 sind das zum Beispiel 25 Grad Celsius, 60 Prozent relative Luftfeuchte und eine Luftgeschwindigkeit von 0,2 Meter/Sekunde. Die Prüfung eines Möbels im Testraum erfolgt nach der ISO-Norm 23953, die die Anforderungen hinsichtlich Konstruktion und Leistung von Verkaufskühlmöbeln sowie die Prüfbedingungen und -verfahren festlegt, um eine Vergleichbarkeit von Kühlmöbeln herzustellen.

 

Temperaturklasse bestimmen

Für die Messungen wird das Möbel mit einer festgelegten Anzahl von sogenannten Messpaketen beladen, die über Temperatursensoren verfügen. Ein Messzyklus umfasst 24 Stunden. Innerhalb dieses Zeitraums werden der Energieverbrauch und die Temperaturen der Messpakete im Kühlmöbel aufgezeichnet. Anschließend definieren die höchste Temperatur des wärmsten Messpakets und die niedrigste Temperatur des kältesten Pakets die Temperaturspanne innerhalb des Kühlmöbels – und damit die Temperaturklasse. Ein Beispiel: In der Klimaklasse 3 (Prüfbedingungen: 25 Grad Celsius und 60 Prozent relative Luftfeuchte) werden +5 Grad Celsius als höchste und -1 Grad Celsius als niedrigste Temperatur während der Messung aufgezeichnet. Damit erreicht das Kühlmöbel die Temperaturklasse 3M1.